Merci-Ausflug 17. – 18. Juni 05

Zum ersten Mal fand dieses Jahr ein zweitägiger Leiterausflug statt. Am Freitagabend um 16:30 traf sich eine 12 köpfige Gruppe beim Schulhausplatz in Tägerig. 6 Frauen und 6 Männer machten sich gemeinsam auf, um ein weiteres Erlebnis reicher zu werden. In 3 Autos ging es dann schon bald los auf dem schnellsten Weg in Richtung Bern. In Kiesen nahmen wir die Ausfahrt und fuhren noch ein paar Kilometer weiter bis wir bei einem Veloshop in Oppligen ankamen. Dort erwarteten uns zwei Männer und es gab schon mal einen kleinen Apéro. Tinu (Martin), ein Kollege von Simone, begrüsste uns und erklärte kurz was uns in den nächsten zwei Tagen erwartet. Wir sollten nebst einer Zeltübernachtung und essen am Lagerfeuer auch noch zum Gold waschen kommen...
Danach übergab er das Wort an Markus (aus Winterthur), der regelmässig mit Kindern und Erwachsenen solche Erlebnistage duchführt. Er sang uns gleich zu Beginn ein selbstkomponiertes Lied über seine «Goldwasch-Zeit» in Kanada. Danach erklärte er uns einige Dinge zum weiteren Ablauf und erzählte auch schon Mal 2-3 Geschichten (es sollten nicht die letzten sein), welche er schon erleben durfte. Nach einer kurzen Besichtigung des Velo- und Zeltvermietungs-Ladens von Tinu, stiegen wir erneut ins Auto und fuhren rund 10 Minuten bis wir oberhalb Oppligen bei einem Bauernhof ankamen.
Der Hof war schön abgelegen und befindet sich wunderbar oberhalb eines Baches von Wald umgeben. Auf einer grossen Wiese befanden sich bereits aufgestellte Zelte, welche wir gerade mal zu zweit bevölkern konnten und wo wir unser Gepäck lagerten. Danach machten wir uns daran das «Znacht» vorzubereiten. Das heisst, wir sammelten Steine für eine Feuerstelle und richteten unsere Getränke. Für den Grill war Markus zuständig, der einen selbstgemachten, dreibeinigen Stehgrill mitbrachte. Sogar die Höhe des Rostes ist verstellbar *respect*. Tinu bereitete einen wunderbaren Hörnlisalat zu und kaufte auch gleich das Fleisch ein, so dass es für jeden und jede was passendes hatte. So konnten wir eigentlich nur noch Platz nehmen und warten bis Grillmeister Phips uns die durchgebratenen Stücke auf den Teller legte. Während des Essens war die Stimmung bestens, nicht zuletzt wegen Markus’ sehr überlegten, interessanten Zwischenbemerkungen und Geschichten. Nach dem Essen informierte er uns gleich über den weiteren Ablauf nach dem Znacht und über den morgigen Tag. Natürlich unterliess er es nicht, dabei weit auszuholen und auf jeden Kommentar von uns mit einer intelligenten (Ironie versteht sich) Antwort zurückzugeben.
Wir sassen noch einige Zeit gemütlich zusammen und hatten es ziemlich lustig. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es ein erstes Highlight, ein ultimatives Goldrush-Spiel, basierend auf Lottoregeln. Wer zuerst eine Linie voll hatte durfte eine Goldwaschpfanne mitnehmen, der zweite ein Buch über Gold waschen in der Schweiz und der Glückliche (Mister Vice President) mit der ganzen Karte, konnte sogar eine Silbermünze mit nach Hause nehmen. Nach diesem kurzen, spielerischen Akt ging es rüber ans Lagerfeuer, wo wir uns eine interessante Diashow über Gold waschen in Kanada anschauten. Ja, wir hatten sogar eine Leinwand unter freiem Himmel...
Die Bilder waren sehr imposant und Markus erzählte uns auf seine eigene Art Geschichten zu jedem Foto. Es war einfach super! Danach drehten wir die Bänke zu einem Kreis, so dass wir schön ums Feuer herumsassen. Dort stellten wir dann unser ganzes musikalisches Können unter Beweis und Markus verwöhnte uns mit diversen Gittarenklängen. Tingi a.k.a. Töngi entpuppte sich auch als musikalisches Talent und begleitete Markus, indem er ein paar Töne in die Seite haute (Let’s rock...Breaking the law...!!!). Leider konnten wir kein ganzes Lied auswendig und mussten mit ein paar Improvisationen auffrischen. Nächstes Jahr ist darum ein Singbüchlein unumgänglich.
Nigge bekam von Markus noch den unauffälligen Decknamen Iris, als dieser ein Liedchen über uns zu dichten versuchte.
Nach ein paar Tropfen Wein und vielen Gesprächen und Gesängen gingen die ersten kurz nach ein Uhr ins Bett. Weitere folgten ein paar Minuten später. Ein harter Kern versuchte sich dann noch mit lustigen 1, 2- oder 4 Zeilenreimen über Töngis Gitarrenbeat. Als etwas die halbe Nacht vergangen war suchten auch Adri und Nigge (ein Teil des harten Kerns) das Zelt auf, wo sie allerdings noch einige Zeit für Stimmung sorgten. So blieb noch ein 3-er Grüppchen am Feuer übrig, welches sich nebst ein paar Diskussionen auch noch 2 Stunden lang (Moment...ääh...warum ist es schon wieder hell?!?!) Reime an den Kopf warfen. Es wurde Vollgas gegeben und war ziemlich amüsant, über das Niveau lässt sich streiten...
Jedoch am nächsten morgen etwas vor 9 Uhr sassen die meisten fröhlich und frisch am Morgentisch (Danke «Zia» fürs Aufräumen rund ums Feuer) ??. Diejenigen, die ein bisschen länger wach blieben, schauten dementsprechend müde oder bleich aus. Das Zmorgebuffet reichte von Zopf über Fleisch, Trauben bis hin zum Bratspeck frisch vom Lagerfeuer ? fantastisch !!!
Nach dem Frühstück hiess es Gummistiefel montieren, denn es ging zum ersten Mal in den Fluss. Markus erklärte uns kurz die Regeln oder Tricks vom Gold waschen und sagte uns, wo wir zu graben hatten. Mit Schaufeln, Kesseln, Pfannen, etc. ausgerüstet machten wir uns ans Werk. In der Nähe von Steinen seien die besten Positionen...
So gruben und gruben wir und häuften Schaufeln voller kleinen Steinchen, Sand etc. in unsere Kessel. Weiter hatten wir 2 Kanäle (mit Siebfunktion) zur Verfügung, in welche wir unser Material reinleerten und «wuschen». Die groben Steine flossen so zurück in den Bach und das allfällige Gold und die kleinen Gesteine blieben im Sieb hängen. Danach an Land wurden die Siebe rausgenommen und das komplette Material, in welchem sich Goldteile befinden könnten in eine Pfanne geleert. Nun konnte sich jeder oder jedes Grüppchen eine Schaufel von diesem Material in seine Pfanne nehmen und zurück in den Fluss gehen. Nun holte man sich noch einen Kessel dazu, welchen man vor dem wegschwimmen mit Steinen festigte. Die Pfanne musste man zur Hälfte unter Wasser halten und mit Kreisbewegungen und schütteln das Material aussortieren. Diese Bewegung machte man stets über dem Kessel, so dass evtl. rausgeschwemmtes Gold in den Kessel und nicht in den Fluss zurückfloss.
Nach einiger Zeit war nur noch wenig Material in der Pfanne und das allfällige Gold war in den verschiedenen Rillen nach genauerem Betrachten ersichtlich.
Man fand zwar selten etwas, doch man freute sich umso mehr darüber, wenn mal was in der Pfanne zurückblieb. Um 12:00 gab es dann einen wunderbaren «Goldwascher-Eintopf» von Tinu zubereitet und Markus unterhielt uns während dem Essen ununterbrochen, sodass es einigen fast zuviel wurde uns sie sich lieber noch ein Mittagsschläfchen gönnten. Am Mittag begaben wir uns nochmals in den Fluss um erneut unser Glück zu suchen. Einige träumten davon, den grossen Fund zu machen und waren fast schon daran ihren Chef anzurufen, um den Job zu kündigen...
Manche ersparten sich den ganzen Prozess und begaben sich zum «freestyle-gold-washing», bei dem man nur eine Schaufel voller Material in die Pfanne leerte und ohne Kessel einfach den Schlussprozess (drehen und schütteln) vornahm. Und siehe da...
Auch dieser Vorgang war teilweise erfolgreich. Schlussendlich konnten alle ein Gläschen mit 2-3 winzigen Goldstückchen als Erinnerung nach Hause nehmen. Es war einmal etwas anderes und eine tolle Erfahrung. Mit der Zeit schaute man jedes Steinchen 20 mal an und man verstand die Faszination der professionellen Goldwascher ein bisschen besser. Sogar an eigentlich verbotenen Hängen wurde gegraben, so dass eine Teilnehmerin meinte: «Passt bloss auf das wir nicht hinter gardinischen Vorhängen landen». Hmm...Ein schöner Ausdruck für die Fensterbedeckung im Gefängnis (Insider)...
Danach wurde noch einige Zeit gegraben und gewaschen, bis dann die meisten genug gekrampft hatten und sich zurückbegaben, um zu packen und sich noch für die letzte Ruhepause hinzulegen. Es wurde uns noch angeboten in eine Schlucht zu laufen, aber wir waren alle ziemlich müde und so entschieden wir uns die Heimfahrt anzutreten.
Freundlicherweise lud uns Patricia noch zu einem Getränk (ist wirklich nicht schlecht dieses alkoholfreie Bio-Bier) und frischer Wassermelone ein. Besten Dank!
Es war ein wunderbares Wochenende bei schönstem Wetter und es wird uns wohl noch aus verschiedensten Gründen lange in Erinnerung bleiben.
Herzlichen Dank an Simone fürs Organisieren und natürlich auch an Tinu und Markus, welche uns begleiteten.
Man darf sich schon auf nächstes Jahr freuen und hoffen, dass noch einige Leute mehr dabei sind, denn ihr habt wirklich was verpasst!!!

Jolle